Amnesty International Hochschulgruppe HU Berlin

Impressum | Login

Hochschulgruppe HU Berlin

test

StartseiteEinzelfall

Unser Einzelfall

Verhaftet, gefoltert und zu lebenslänglicher Haft verurteilt

Ein sehr wichtiger Bestandteil der Arbeit von Amnesty International, also auch unserer Hochschulgruppe, sind die sogenannten „Einzelfälle“. Die meisten dieser Fälle sind einzelne Personen, die irgendwo auf der Welt im Gefängnis sitzen, meist weil sie ihre Regierung kritisiert oder anderweitig ihre Meinung friedlich kundgetan haben. Sie haben keinen fairen Prozess erhalten und viele von ihnen wurden bzw. werden gefoltert oder misshandelt.
Zusammen mit anderen Amnesty-Gruppen weltweit unterstützen wir Johan Teterissa in Indonesien. So sammeln wir zum Beispiel Unterschriften, um unseren Forderungen bei den Behörden Nachdruck zu verleihen, und schreiben Postkarten an Johan, um ihm im Gefängnis moralisch beizustehen.

Der indonesische Grundschullehrer Johan Teterissa wurde im Juni 2007 in Ambon verhaftet, wo er sich bei einer Veranstaltung friedlich für mehr Autonomie für seine Heimatregion, die Molukken, eingesetzt hatte. Er wurde mit 21 anderen für nichts als für friedlichen Protest verhaftet und zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Später wurde sein Urteil auf 15 Jahre Freiheitsstrafe reduziert. Seit sechs Jahren sitzt er bereits im Gefängnis.

http://www.amnesty.de/briefe-gegen-das-vergessen/2009/5/johan-teterissa
http://www.amnesty.de/urgent-action/ua-237-2012/foltergefahr

Jahrelanger Freiheitsentzug für friedliche Demonstranten
Am 29. Juni 2007 organisierte Johan Teterissa zusammen mit 21 weiteren Aktivisten bei einer Veranstaltung anlässlich des Nationalen Familientages einen friedlichen Protest vor den Augen des indonesischen Staatspräsidenten Yudhoyono. Die dabei von ihnen gehisste Unabhängigkeitsflagge der Molukken, einer Inselgruppe Indonesiens, ist gesetzlich strengstens verboten.
Die Demonstranten wurden daraufhin umgehend von der Polizei verhaftet und in den kommenden elf Tagen vor der formellen Befragung in unterschiedliche Polizeistationen transportiert. Aus verlässlichen Quellen ist bekannt, dass die Aktivisten während dieser Zeit mehrfach gefoltert wurden und ihnen jeglicher Kontakt zur Außenwelt und zu medizinischer Versorgung verwehrt wurde.
Einige Demonstranten wurden aufgefordert, schriftlich zu erklären, ihr Recht auf einen Anwalt nicht in Anspruch nehmen zu wollen. Andere erhielten ihre Vertretung durch von der Polizei bestimmte Anwälte, die ihnen empfahlen sich schuldig zu bekennen und auf eine Berufung zu verzichten.
Die Aktivisten erhielten Gefängnisstrafen zwischen sieben und 20 Jahren wegen Subversion gemäß den Artikeln 106 und 110 des Indonesischen Strafgesetzbuches (Rebellion und Landesverrat; Indonesian Criminal Code, KUHAP). Aufgrund seiner führenden Rolle wurde Johan Teterissa am 4. April 2008 zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt, die in einem späteren Berufungsverfahren auf 15 Jahre reduziert wurde. Im Februar 2012 waren Amnesty International ca. 90 Personen bekannt, die aufgrund friedlicher Unabhängigkeitsbestrebungen in Papua oder auf den Molukken inhaftiert wurden.
Amnesty International setzt sich für die sofortige Freilassung Johan Teterissas ein.



Unsere letzte Aktion: Eine riesige Postkarte für Johan Teterissa

Zum Tag der Menschenrechte am 10. Dezember 2013 stellten wir uns mit einem Stand ins Foyer der Dorotheenstraße 24. Zum 65. Geburtstag der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte durch die UN wollten wir wieder auf Johans Fall aufmerksam machen. Diesmal entschieden wir uns für eine riesige Postkarte an den indonesischen Minister für Justiz und Menschenrechte – mal etwas anderes als die üblichen Petitionslisten. Bei Kuchen und Musik unterschrieben über 80 Leute, um Gerechtigkeit für Johan zu fordern!


Weitere Aktionen für Johan


Bild: Zu Weihnachten haben wir selber Weihnachtskarten für Johan gebastelt.
Bild: Bei einem Stand in der Uni im Dezember 2011 haben wir über 100 Unterschriften für die Freilassung Johans gesammelt und verschickten diese an den indonesischen Justizminister.